Das dunkelblaue Auswärtstrikot – das letzte, das Adidas vor dem Wechsel zu Nike 2027 für den DFB entwirft – spaltet die Fangemeinde: Manche bezeichnen es als Aufwertung, andere finden es „nicht typisch Deutschland" oder vergleichen es mit einem Schlafanzug.
Argentinien führt im Heimtrikot drei verschiedene Blautöne zusammen, die die WM-Siege von 1978, 1986 und 2022 repräsentieren. Das Auswärtstrikot bricht mit dem Himmelblau und setzt auf Schwarz mit wirbelnden Linien – eine Entscheidung, die den Konservativen unter den Fans Unbehagen bereitet.
Frankreich ordnet sein mintgrünes Auswärtstrikot historisch ein: Es ist eine Hommage an die Freiheitsstatue, die Frankreich 1884 an die USA schenkte. Der kupferfarbene Hahn auf der Brust verweist auf das damalige Material des Monuments.
Belgien leistet sich die auffälligste Kunstreferenz des Turniers: Das weiße Auswärtstrikot trägt den Schriftzug „Ceci n'est pas un maillot" – ein direktes Zitat aus René Magrittes „Der Verrat der Bilder" von 1929.
Mexiko verknüpft aztekische Muster mit dem WM-Trikot-Design von 1998 und trägt auf der Rückseite den Schriftzug „Somos México". Brasilien und Mexiko änderten ihre ursprünglichen Entwürfe jeweils nach Fanprotesten nach.
Zu den ungewöhnlichsten Farbentscheidungen zählen Südkoreas lila Auswärtstrikot mit Blumenmotiven aus der traditionellen koreanischen Kunst, Norwegens schwarzes Auswärtstrikot mit Wikinger-inspirierter Typografie sowie Kolumbiens leuchtendes Gelb, das vom magischen Realismus inspiriert ist. Ghana nutzt ein Spinnennetz-Motiv, das auf die Folklore um den westafrikanischen Kente-Stoff zurückgeht.
Auf der Ausrüsterseite dominieren Adidas mit 14 Teams, Nike mit 12 und Puma mit 11. Nike geriet unter Druck, weil Fans die Passform einiger Trikots als „Schulterpolster-Look" kritisierten und in sozialen Netzwerken von „chinesischen Fälschungen" schrieben. Nike räumte ein „kleines Problem" ein und kündigte Korrekturen an. Ägyptens Trikot musste auf FIFA-Anordnung angepasst werden: Sterne, die Afrika-Cup-Titel symbolisierten, wurden entfernt – nur WM-Sterne sind zulässig –, und die goldenen Rückennummern müssen auf Weiß geändert werden.
Das Schweizer Auswärtstrikot erntet in internationalen Rankings die schärfste Ablehnung – einzelne Medien bezeichnen es als das „abscheulichste Trikot der gesamten WM-Geschichte".
