Das pinke Kleid aus „Blondinen bevorzugt" (1953) steht dort neben Vertragskorrespondenz, in der Monroe um mehr Mitsprache kämpfte.

In London präsentiert die National Portrait Gallery vom 4. Juni bis 6. September 2026 „Marilyn Monroe: A Portrait" – Fotografien und Kunstwerke von Richard Avedon bis Andy Warhol, ergänzt durch Material, das Monroe als bewusste Imagegestalterin ausweist. Das British Film Institute begleitet die Schau mit einem Filmfestival (Juni–Juli 2026).

Paris reiht sich ein: Die Cinémathèque Française zeigt von April bis Juli 2026 eine Sonderausstellung mit Filmen, Fotografien und Postern. In New York hat Genesis House die multimediale Schau „Manifesting Marilyn: The Making of an Icon" eröffnet, die Monroe als widerständige Selbstgestalterin porträtiert.

In Deutschland widmet das Filmmuseum Düsseldorf ihr von Mai bis Ende Juni 2026 eine Filmreihe mit neun Werken sowie eine Studioausstellung; das Münchner Filmhaus zeigt ein eigenes Monroe-Programm.

Jenseits der Museen versteigert Julien's Auctions am 4. Juni 2026 knapp 200 Monroe-Memorabilien – Drehbücher, persönliche Gegenstände –, und in Palm Springs findet eine viertägige „Centennial Film Celebration" statt, zu der auch ein Weltrekordversuch im Marilyn-Kostüm gehört.

Was die Berichterstattung trägt, ist eine einheitliche Neudeutung: Monroe gründete 1954 ihre eigene Produktionsfirma (Marilyn Monroe Productions), um Rollen und Gagen selbst zu verhandeln; sie studierte Method Acting bei Lee Strasberg und besaß eine Bibliothek mit Hunderten Büchern. Das ZDF zeigt dazu die Dokumentation „100 Jahre Marilyn Monroe – Ihr wahres Gesicht". Monroe gewann zwei Golden Globes, darunter einen für „Manche mögen's heiß" (1959); einen Oscar erhielt sie nie. Für einen Oscar wurde sie nie nominiert.

Ihr Testament, das einen Teil ihres auf 800.000 Dollar geschätzten Nachlasses für karitative Zwecke vorsah, hat posthum das „Marilyn Monroe Mental Health for the Arts Program" hervorgebracht – eine Verbindung, die im Gedenkjahr besondere Aufmerksamkeit erhält.

Monroe starb am 5. August 1962 im Alter von 36 Jahren. Die Umstände ihres Todes bleiben ungeklärt. Hundert Jahre nach ihrer Geburt ist die Debatte darum, wer sie war, lebendiger als die Antwort.