Der Preis für die Beste Regie ging gleich zweifach: Screen Daily nennt Paweł Pawlikowski für „Vaterland" sowie Javier Calvo und Javier Ambrossi für „La bola negra" als gleichrangige Gewinner (ex aequo).
Auch die Schauspielpreise wurden geteilt: Virginie Efira und Tao Okamoto erhielten den Preis für die Beste Darstellerin für ihre Rollen in Ryusuke Hamaguchis „Soudain" — Efira als Heimleiterin, Okamoto als krebskranke Theaterregisseurin. Den Preis für den Besten Darsteller teilten Emmanuel Macchia und Valentin Campagne für ihre Rollen in Lukas Dhonts „Coward", einem Kriegsdrama über zwei Soldaten im Ersten Weltkrieg. Das Beste Drehbuch ging an Emmanuel Marre für „A Man of His Time".
Abseits des Hauptwettbewerbs gewann Sandra Wollner mit „Everytime" den Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard. Die Goldene Kamera für den besten Debütfilm erhielt Marie-Clémentine Dusabejambo für „Ben'imana"; den Kurzfilm-Palme federico Luis für „Para Los Contrincantes".
Beim Publikum und in der Kritik stach „La Gradiva" von Marine Atlan hervor, das laut cannes-ratings.org mit 8,25 von 24 möglichen Punkten in der aggregierten Kritikerrangliste an der Spitze lag. James Grays „Paper Tiger" dagegen beschrieben englischsprachige Kritiker als „obstinately drab saga", während „The Black Ball" von Calvo und Ambrossi bei der Vorführung 20 Minuten stehende Ovationen erhielt.
Ein wiederkehrendes Reizthema blieb die Präsenz von Streaming-Diensten: Deren Logos wurden bei Vorführungen erneut ausgebuht — eine Reaktion, die das Festival seit Jahren begleitet. Parallel debattierte die Branche über den Einsatz von KI in Schnitt, Synchronisation und VFX, ohne dass konkrete Beispiele aus dem Wettbewerbsprogramm öffentlich benannt wurden.
