Leo XIV. zelebrierte eine feierliche Messe, betete anschließend am Grab Gaudís in der Krypta und beschrieb die Sagrada Família als ein Projekt, das Gott selbst verwirkliche – ein Bauwerk, das daran erinnere, dass das christliche Leben stets ein Weg sei. Die Schönheit der Basilika, so der Papst, könne Menschen zu Gott führen; ein Glaube an Jesus sei unvereinbar mit Krieg, Gewalt und der Vernachlässigung Leidender.

Mit der Weihe des Christusturms gilt die Sagrada Família nun als die höchste katholische Kirche der Welt. Der Bau des Turms hatte im Oktober 2016 begonnen. Die Gesamtfertigstellung der Basilika ist für die 2030er Jahre geplant.

Das Gaudí-Jahr 2026 reicht über den 10. Juni hinaus. Die Junta Constructora hatte ein Veranstaltungsprogramm von Herbst 2025 bis Weihnachten 2026 aufgelegt: Messen, Konzerte, Ausstellungen und Würdigungen. Im Juni fanden unter anderem eine Prozession der Volkskultur, ein Konzert der Städtischen Band Barcelonas und ein internationaler Architekturforum statt. Barcelonas Wahrzeichen Casa Batlló und Casa Milà zeigten eigene Ausstellungen; die Ausstellung „Gaudí. Die Sagrada Família und Barcelona – 144 Jahre eines gemeinsamen Weges" dokumentiert die Baugeschichte. Die spanische und die katalanische Regierung hatten das Jubiläumsjahr zum „Ereignis von außergewöhnlichem öffentlichem Interesse" erklärt.

Im Hintergrund der Feierlichkeiten steht ein laufender Seligsprechungsprozess: Papst Franziskus hatte Gaudí im April 2025 als „ehrwürdigen Diener Gottes" anerkannt – die Vorstufe zur Seligsprechung. Eine Entscheidung steht aus.

Die Sagrada Família ist das meistbesuchte kostenpflichtige Monument Spaniens; 2024 zählte sie knapp 4,8 Millionen Besucher, 87,3 Prozent davon aus dem Ausland. Barcelona trägt 2026 zudem den Titel Welthauptstadt der Architektur.