Der Freitag, 26. Juni, zeigt das Muster in Reinform: Warschau meldet Sonnenschein bei 30–32 °C, weite Teile des Landes liegen im selben Rahmen. Das Hochdruckgebiet über Osteuropa schiebt feuchtheiße Südwestluft ins Land – dasselbe System, das Deutschland zeitgleich Temperaturen bis 41 °C beschert und dort möglicherweise Allzeitrekorde brechen lässt.
Am Wochenende steigt die Temperatur noch einmal. Für den 28. Juni liegen einzelne Modelle bei bis zu 39 °C für Warschau. Dann dreht der Wind. Ab Montag sind für Dienstag und Mittwoch Regen und deutlich niedrigere Werte gemeldet; Anfang Juli schwanken die Prognosen zwischen 11 °C und 27 °C – ein Korridor, der die begrenzte Verlässlichkeit von Vorhersagen jenseits von sieben Tagen spiegelt.
Regional trifft das Land Wetterextreme nie gleichmäßig. Die Südgebirgszone – Tatra, Sudeten, Karpatenvorland – ist klassisches Starkregenterritorium: Im Juli 2025 fielen dort innerhalb von 24 Stunden über 100 Liter pro Quadratmeter; für manche Gebirgslagen wurden sogar Niederschlagsmengen von bis zu 400 Litern prognostiziert. Das Dreiländereck Polen–Tschechien–Slowakei sowie das Grenzgebiet der Woiwodschaften Masowien, Łódź und Heiligkreuz gelten als besonders exponiert. Im Norden, in der trockenen Kujawy-Region, bleibt die Niederschlagsbelastung strukturell geringer.
Wie heftig der Bruch ab Montag ausfällt, ist offen. Am 19. Juni 2026 hatte das Polnische Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft (IMGW) für Masowien – die Woiwodschaft, zu der Warschau gehört – eine orange Unwetterwarnung ausgegeben: Gewitter mit 35–55 mm Regen, Windböen bis 100 km/h und Hagel. Ob die kommende Umstellung ähnlich scharf ausfällt oder eher gleitend verläuft, lassen die Modelle noch offen.
