Knapp zwei Monate später steht Pete Hegseth vor dem Senatsausschuss für Zuweisungen und nennt 37,5 Milliarden – bis Ende des Fiskaljahres am 30. September. Versprochen war ein chirurgischer Eingriff; finanziert wird ein ausgewachsener Zermürbungsfeldzug.

Die Zahl selbst ist präzise genug, um ernst genommen zu werden, und vage genug, um zu verbergen, was sie nicht enthält. Kosten für die Reparatur beschädigter US-Stützpunkte im Nahen Osten: nicht enthalten. Langfristige Veteranenversorgung: nicht enthalten. Die tatsächliche Gesamtrechnung liegt nach Einschätzung mehrerer Kongressabgeordneter und unabhängiger Beobachter spürbar höher.

Wie sich die Summe zusammensetzt

Von den beantragten 67,1 Milliarden Dollar an Zusatzmitteln entfallen laut Pentagon-Angaben rund 32,7 Milliarden auf die direkte Finanzierung laufender Operationen – Munitionsverbrauch, Treibstoff, Personal. Weitere 21 Milliarden Dollar sind für „Readiness" vorgesehen: den Ersatz von Ausrüstung, die in den Einsätzen verbraucht oder beschädigt wurde. Der Rest verteilt sich auf Lagerhaltung und strategische Reserven.

Was diese Aufteilung zeigt: Ein Großteil des Geldes fließt rückwärts – in die Wiederbeschaffung dessen, was bereits verschossen wurde. Das CSIS schätzte früh, dass Präzisionsmunition der entscheidende Kostenfaktor ist; Marschflugkörper und schwere Bunkerbrecherbomben sind im Stückpreis von einer bis mehreren Millionen Dollar kalkuliert, und die Vorräte schwinden schneller als die Rüstungsindustrie nachliefern kann.

Die Tagesrate von rund zwei Milliarden Dollar – eine grobe, aber von mehreren Quellen gestützte Rechengröße – ergibt für elf Operative Tage etwa 22 Milliarden. Der Rest der Gesamtsumme erklärt sich durch Vorlaufkosten, Truppenverlegungen und die erhebliche Logistik im Persischen Golf und im Roten Meer.

Der Seeweg als zweite Kostenfront

Parallel zur Haushaltsdebatte in Washington entwickelt sich eine zweite fiskalische Linie, die in Hegseths Zahl nicht auftaugt: die Kosten der maritimen Destabilisierung.

Die Huthi-Rebellen im Jemen haben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und damit die Risikolage im Bab al-Mandab – der 29 Kilometer schmalen Meerenge zwischen Jemen und Dschibuti – neu definiert. Ob und wie vollständig sie diese Blockade durchsetzen können, ist militärisch offen. Die Versicherungsmärkte haben nicht auf diese Frage gewartet.

Kriegsrisikoprämien für Öltanker auf der Roten-Meer-Route sind von rund 0,3 Prozent des Schiffswerts auf etwa 0,75 Prozent gestiegen. Bei einem modernen Supertanker mit einem Versicherungswert von 100 bis 150 Millionen Dollar bedeutet das 450.000 bis 750.000 Dollar allein für die Prämie einer einwöchigen Reise – Kosten, die sich direkt in die Transportpreise übersetzen. Seit Dezember 2023 haben sich die Containerfrachtkosten auf der Route Asien–Europa bereits mehr als verdoppelt; an Spitzentagen lagen sie dreimal so hoch wie zuvor.

Ein vollständiger Verschluss des Bab al-Mandab würde Saudi-Arabiens Ölexporte nach Asien unterbrechen und die globale Ölversorgung nach Schätzungen um rund sieben Prozent verringern. Riad hat deshalb seine Ölausfuhren zunehmend über das Yanbu-Terminal am Roten Meer umgeleitet – ein Ausweichweg, der funktioniert, solange die Straße von Hormus im Persischen Golf offenbleibt. Diese Meerenge liegt unter iranischem Einfluss.

Die logische Verbindung ist klar: Je länger der Konflikt andauert, desto teurer wird die maritime Absicherung – für Reedereien, für Versicherer, und mittelbar für Verbraucher, die Energiepreisanstiege an der Zapfsäule spüren. Diese Kosten sind diffus, treffen viele Länder gleichzeitig und tauchen in keinem Pentagon-Budget auf.

Kongress unter Druck – aber gespalten

Der Senat ist das eigentliche Schlachtfeld der Haushaltsauseinandersetzung. Demokratische Senatorinnen wie Patty Murray und Kirsten Gillibrand haben bei der Anhörung die strategische Begründung des Einsatzes hinterfragt – nicht nur die Kosten, sondern die Ziele. Was genau soll 37,5 Milliarden Dollar wert sein? Welche Bedingungen würden den Einsatz beenden?

Hegseth hat diese Fragen nicht in Zahlen beantwortet. Auf republikanischer Seite äußerten Susan Collins und Lisa Murkowski Bedenken weniger zur Strategie als zur Haushaltslage insgesamt. Der Punkt, an dem Kriege fiskalisch kippen, ist selten der erste Protest – er ist das dritte oder vierte Nachtragsbudget.

Die Vergleichsgröße ist erhellend: Die Gesamtkosten der ersten beiden Kriegsjahre in Afghanistan lagen, inflationsbereinigt, in ähnlicher Größenordnung. Das Iran-Engagement hat dieses Volumen in elf Einsatztagen aufgerufen. Das ist kein Argument gegen oder für den Einsatz – es ist eine Maßzahl dafür, wie sich moderne Luftkriegsführung mit Präzisionswaffen, Trägerschiffen und globaler Logistik rechnet.

Was die Zahlen noch nicht zeigen

Der Taxpayers for Common Sense hat eine Schätzung direkter und indirekter Kosten vorgelegt, die über Hegseths Senatsaussage hinausgeht. Darin sind Zinskosten für schuldenfinanzierte Kriegsausgaben, Langzeitversorgung verwundeter Soldaten und der Opportunitätskostenblock für verschobene Inlandsprogramme eingerechnet. Solche Gesamtbilanzen entstehen immer erst im Nachhinein – der Irak-Krieg kostete nach Nobelpreisträger Joseph Stiglitzs Berechnung am Ende ein Vielfaches der ursprünglichen Schätzungen.

Ob sich die Iran-Bilanz ähnlich entwickelt, hängt an einer Frage, die das Briefing offenlässt und die öffentlich kaum beantwortet wird: Was ist das Endziel, und unter welchen Bedingungen werden die Operationen eingestellt?

Bis diese Frage eine Antwort hat, wächst die Zahl. Sechs Tage: 11,3 Milliarden. Zwölf Tage: 16,5 Milliarden. Ende September, nach Hegseths Projektion: 37,5 Milliarden. Dazu 67,1 Milliarden beantragt – wovon ein Teil bereits verplant ist, bevor der Kongress abgestimmt hat.

Woran man in drei Monaten erkennt, ob die fiskalische Belastung politisch tragfähig bleibt: ob die Zusatzmittel im Kongress mit oder ohne Bedingungen genehmigt werden – und ob weitere Nachtragsanfragen folgen, noch bevor das neue Fiskaljahr am 1. Oktober beginnt.