4 Beiträge, in denen Rafael Grossi namentlich vorkommt.
Seit dem 18. Juli 2026 haben die IAEA-Beobachter auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja nur noch begrenzten Zugang zu Leitungswasser. Ursache sind Angriffe auf die elektrische Infrastruktur in und um Enerhodar, der Betriebsstadt des Werks.
25. Juli 2026
Kim Jong Un hat 2026 acht ballistische Raketen abfeuern lassen, Russland beschießt das AKW Saporischschja mit Drohnen — beide Regime normalisieren den Griff zur nuklearen Drohung, und die internationale Gemeinschaft antwortet mit Routinen statt mit Strategie. --- Nordkoreas Raketenserie und die Drohnenangriffe auf Europas größtes Kernkraftwerk folgen derselben Eskalationsgrammatik: Beide Akteure setzen auf kalkulierte Provokation unterhalb der Schwelle, die eine militärische Antwort erzwingt, aber oberhalb der Schwelle, die sich diplomatisch ignorieren lässt. Der verbindende Mechanismus ist nicht Wahnsinn, sondern eine rationale Rüstungsökonomie, in der jeder Test gleichzeitig Abschreckung, Exportkatalog und Verhandlungsmasse produziert.
2. Juni 2026
Die Drohne, die am 30. Mai 2026 ein Loch in die Wand der Turbinenhalle des Atomkraftwerks Saporischschja riss, traf nicht nur Beton — sie traf den Kern einer internationalen Ordnung, die ihre eigenen Instrumente nicht mehr finanziert, ihre eigenen Mandate nicht mehr durchsetzt und ihre eigenen Versprechen nicht mehr einlöst. Wer den Angriff auf Europas größtes Kernkraftwerk, die schleppende Lieferung schwedischer Gripen-Kampfjets an Kiew und den historischen Tiefstand der UN-Friedensmissionen als drei getrennte Probleme behandelt, verpasst den gemeinsamen Befund: Die internationale Gemeinschaft betreibt Sicherheitspolitik, deren Kosten sie nicht tragen will und deren Wirksamkeit sie nicht mehr prüft.
2. Juni 2026
Ein Drohneneinschlag hat am 30. Mai 2026 das Turbinengebäude von Reaktorblock 6 des Kernkraftwerks Saporischschja getroffen — der erste direkte Treffer innerhalb des Kraftwerksgeländes seit April 2024. Die IAEA bestätigte Schäden an einer Metallluke, Trümmer und verkohlte Glasfaserreste auf dem Boden; die Strahlungswerte blieben normal. Doch der Vorfall steht nicht isoliert: Er reiht sich ein in eine Serie von Stromausfällen, Beschuss und strategischer Instrumentalisierung, die das seit März 2022 russisch besetzte AKW zum gefährlichsten zivilen Objekt des Krieges machen.
1. Juni 2026