10 Beiträge, in denen Christian Lindner namentlich vorkommt.
Karl Lauterbach amtierte vom 8. Dezember 2021 bis zum 6. Mai 2025 als Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Er trat an mit dem Versprechen, das deutsche Gesundheitssystem grundlegend umzubauen — Krankenhäuser spezialisieren, Digitalisierung beschleunigen, die Pflege stabilisieren. Was blieb, ist ein unvollendetes Reformprogramm, ein Kassendefizit von 6,2 Milliarden Euro im letzten vollen Amtsjahr und ein Gesetz, das die Kliniklandschaft bis 2029 verändern soll, dessen Wirkung aber kein Amtsinhaber verantwortet, der es beschlossen hat.
25. Juli 2026
Die 50-Euro-Note aus dem Portemonnaie zu ziehen kostet. Nicht nur Geld — sie kostet einen Moment Aufmerksamkeit, einen kleinen, messbaren Zug im Schmerznetzwerk des Gehirns.
24. Juli 2026
Die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus breitet sich seit Monaten durch fünf kongolesische Provinzen aus – und trifft auf eine Lücke, die nicht das Virus, sondern Jahrzehnte schwacher Gesundheitssysteme aufgerissen haben.
22. Juli 2026
Am 12. Juni 2026 unterschrieb das US-Handelsministerium eine Anordnung, die zwei Modellen des Herstellers Anthropic den Zugang für Nicht-Amerikaner untersagte. Weil sich Nutzer nicht in Echtzeit nach Pass sortieren lassen, schaltete Anthropic Fable 5 und Mythos 5 weltweit ab — für Forscher in Zürich so gut wie für Entwickler in Bengaluru.
4. Juli 2026
Die Europäische Kommission hat Anfang Juni 2026 einen Vorschlag vorgelegt, der EU-Mitgliedstaaten erlaubt, bis zu 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr aus dem bereits bestehenden Verteidigungsschulden-Spielraum für Investitionen in die Energiewende umzuwidmen – kumuliert gedeckelt auf 0,6 Prozent des BIP für die Jahre 2026 bis 2028. Für Deutschland ergibt sich daraus ein rechnerisches Potenzial von mehr als 25 Milliarden Euro. Wie groß der tatsächliche Klimahebel ist, hängt von drei Faktoren ab, die der Vorschlag selbst nicht auflöst: Konkurrenz mit Rüstungsprioritäten, Lücken bei der Mittelüberwachung und ein Zeithorizont, der 2028 endet.
15. Juni 2026
Die FDP hat sich selbst überlebt und neu erfunden – und doch klingt sie wie früher. Wolfgang Kubicki, seit dem 30. Mai 2026 Parteivorsitzender, kritisiert die schwarz-rote Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einer Schärfe, die man von ihm kennt: Robert Habeck habe die deutsche Wirtschaft „ruiniert", Deutschland gleite „tiefer in die Rezession", und Merz löse seine Versprechen nicht ein.
10. Juni 2026
Wolfgang Kubicki, 74, hat am 30. Mai 2026 auf dem 77. Bundesparteitag in Berlin den FDP-Vorsitz gewonnen — mit 390 von 658 Stimmen, knapp 59 Prozent, gegen die erst auf dem Parteitag angetretene Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die 259 Stimmen erhielt (ZDFheute, Handelsblatt). Er übernimmt eine Partei, die seit der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 nicht mehr im Bundestag sitzt: 4,3 Prozent der Zweitstimmen, das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl in ihrer Geschichte (Deutscher Bundestag).
2. Juni 2026
Friedrich Merz nennt die Berichte über seinen möglichen Austausch durch Hendrik Wüst eine „gefährliche Lust an der Zündelei" — doch die Spekulationen, die Ende Mai 2026 über Stern und BILD in die Öffentlichkeit drangen, treffen einen Nerv: Laut einer Ipsos-Umfrage vom November 2025 halten 56 Prozent der Befragten einen erneuten Koalitionsbruch für wahrscheinlich, obwohl 50 Prozent die schwarz-rote Regierung für handlungsfähiger halten als die gescheiterte Ampel. Das Stück sortiert, was die Parteien zur Stabilität der Regierung programmatisch festgeschrieben haben, was sie öffentlich inszenieren — und wo ihre parlamentarische Spur von beidem abweicht.
1. Juni 2026
Wolfgang Kubicki hat am 30. Mai 2026 die Kampfabstimmung gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann gewonnen und führt die FDP als Bundesvorsitzender. Das Ergebnis — 59,3 Prozent der Delegiertenstimmen — klingt solide, bis man den Kontext liest: Ein 74-Jähriger setzt sich gegen eine Gegenkandidatin durch, die erst kurzfristig antrat, nachdem Henning Höne seine Bewerbung zurückzog.
1. Juni 2026
Die CDU stimmt in ostdeutschen Kreistagen in 121 dokumentierten Fällen gemeinsam mit der AfD ab, während ihre Bundespartei die „Brandmauer" als unverhandelbar bezeichnet — diese Lücke zwischen Rhetorik und parlamentarischer Praxis zieht sich durch alle Parteien, die den Umgang mit der AfD zur strategischen Kernfrage erklärt haben. Eine Analyse des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) für den Zeitraum 2019–2024 liefert erstmals belastbare Zahlen dafür, wie weit Abgrenzungsversprechen und tatsächliches Abstimmungsverhalten auseinanderliegen.
31. Mai 2026