Ein Park in Richfield, ein Bundesgericht in St. Paul

Am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, nahmen FBI-Agenten Sheikhdoon Abdullahi Mohamud in einem öffentlichen Park in Richfield fest – einer Stadt einige Kilometer nordwestlich der Mall of America in Bloomington, Minnesota. Tags darauf, am 7. Oktober, erschien der 18-Jährige in gelber Gefängniskleidung zur ersten Anhörung vor einem Bundesgericht in St. Paul.

Bezirksstaatsanwalt Daniel Rosen erläuterte auf einer Pressekonferenz, was die Ermittler zuvor dokumentiert hatten: Mohamud habe im Nachrichtenaustausch mit einem FBI-Informanten und einem verdeckten FBI-Ermittler wiederholt bekräftigt, am 24. Oktober 2026 während einer Veranstaltung zur Kultur der Hmong-Gemeinschaft in der Mall of America einen Anschlag zu verüben und dabei Nichtmuslime zu töten. Seine eigene Schätzung, so Rosen, habe er mit 30 bis 60 Todesopfern beziffert. Rosen sprach von einem jungen Mann, der radikalisiert gewesen sei und überwacht werden musste.

Das Weiße Haus bestätigte die Festnahme und nannte dabei den mutmaßlichen IS-Bezug.

Wie die Ermittlung lief

Das FBI hatte Mohamud erstmals im Dezember 2024 ins Visier genommen. Ab demselben Monat nahm ein Informant über soziale Medien und Messaging-Dienste Kontakt zu ihm auf. Der Schriftwechsel dokumentierte laut Strafanzeige eine zunehmende Entschlossenheit: Mohamud äußerte Bewunderung für zurückliegende IS-inspirierte Anschläge und bekundete Interesse daran, nach Somalia zu reisen und sich der Terrororganisation anzuschließen. Dass er sich die Reise nicht leisten könne, habe ihn schließlich dazu gebracht, stattdessen einen Anschlag in den USA zu planen.

Im Mai 2025 waren die Ermittler nach Angaben der Strafanzeige so alarmiert, dass sie zu Mohamuds Wohnhaus fuhren. Seine Mutter teilte den Beamten mit, ihr Sohn sei noch nicht von der Schule zurückgekehrt.

Der Waffenkauf, der die Festnahme auslöste, fand in der Woche vor dem 6. Oktober statt. Mohamud erwarb von einem verdeckten FBI-Ermittler, der sich als IS-Mitglied ausgab, ein AK-47-Sturmgewehr, vier Magazine mit je 30 Schuss Fassungsvermögen und rund 200 Schuss Munition für etwa 600 US-Dollar. Das Gewehr war vor der Übergabe von FBI-Technikern unbrauchbar gemacht worden – eine im US-amerikanischen Recht gängige Methode bei verdeckten Waffenoperationen, um echte Gefahr auszuschließen.

Anklage und Beschuldigter

Die Bundesstaatsanwaltschaft für den Bezirk Minnesota wirft Mohamud in einem Anklagepunkt vor, wissentlich eine Schusswaffe und Munition erworben zu haben, um ein Bundesterrorverbrechen zu begehen. Ein zweiter Vorwurf lautet auf materielle Unterstützung einer als terroristisch eingestuften ausländischen Organisation.

Rosen zufolge ist Mohamud US-Staatsbürger und in den Vereinigten Staaten geboren; seine Familie stammt aus Somalia. Über eine formale Einbindung in IS-Strukturen jenseits der in der Strafanzeige dokumentierten Kommunikation machten Staatsanwaltschaft und FBI keine näheren Angaben.

Das Stück des Dossiers gilt als Fall der Klasse 1 – politisch und religiös motiviert: Die Einordnung als IS-inspirierte Tat erfolgte durch das FBI und die US-Bundesstaatsanwaltschaft. Mohamud gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig. Der Verfahrensstand nach der Anhörung vom 7. Oktober 2026 ist aus den Primärquellen nicht weiter dokumentiert.

Was dieser Fall zeigt

Die Operation gegen Mohamud folgt einem Muster, das das FBI in den vergangenen Jahren bei einer Reihe von IS-inspirierten Verfahren in den USA angewendet hat: Eine vertrauliche Quelle baut frühzeitig Kontakt auf, dokumentiert die Radikalisierung und ermöglicht schließlich einen kontrollierten Waffenkauf als Festnahme-Auslöser. Kritiker dieses Vorgehens wenden ein, dass die intensive Begleitung durch Informanten und verdeckte Ermittler die Frage aufwerfe, welchen Anteil die Behörden selbst an der Operationalisierung eines Plans hätten. Die Staatsanwaltschaft hält dagegen, dass Mohamud die Initiative ergriffen und seinen Anschlagswillen eigenständig und wiederholt geäußert habe – der FBI-Kontakt habe ihn lediglich dokumentiert, nicht erzeugt. Diese Debatte begleitet das sogenannte Sting-Verfahren im US-Terrorstrafrecht seit Jahren; sie wird in diesem Fall beim zuständigen Bundesgericht ausgetragen.

Das anvisierte Datum, der 24. Oktober 2026, und das anvisierte Ziel, ein Hmong-Kulturfestival in einem der meistbesuchten Einkaufszentren Nordamerikas, deuten darauf hin, dass Mohamud gezielt eine symbolisch aufgeladene Situation mit hoher Opferzahl anstrebte. Die Mall of America zählt nach eigenen Angaben mehr als 500 Geschäfte.

Wann das Bundesgericht in der Sache weiterverhandelt und ob Mohamud einen Pflichtverteidiger erhält oder einen eigenen Anwalt beauftragt, war aus den vorliegenden Quellen zum Stand 7. Oktober 2026 nicht zu entnehmen.