Stand:
Bundeskanzler Friedrich Merz geht laut Berichten unter Berufung auf Regierungs- und Kanzleramtskreise vom 9. Oktober 2026 davon aus, dass sich der Zeitplan für die große Rentenreform verschiebt: Ein Bundestagsbeschluss bis Ende 2026 und ein Inkrafttreten zum 1. Januar 2027 sind demnach nicht mehr zu halten. Angestrebt wird nun eine Kabinettsbefassung noch im Laufe des Jahres und ein Abschluss im Bundestag im Frühjahr 2027. Zusätzliche Spannung entsteht durch einen Vorstoß von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch: Er will Fraktionen und Ministerpräsidenten vor einem Kabinettsbeschluss einbinden und hat einen „Rentengipfel" ins Gespräch gebracht. Unionsfraktionsvize Johannes Winkel wies diesen Vorschlag am 11. Oktober 2026 zurück und bestand auf Entscheidungsfähigkeit der Koalition. Die Alterssicherungskommission hatte ihren Bericht mit 33 Empfehlungen im Juni 2026 im Kanzleramt übergeben; strittig sind vor allem die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.
42,52 Euro
Aktueller Rentenwert West, brutto je Entgeltpunkt und Monat · 1. Juli 2026
4,24 Prozent
Rentenanpassung, prozentuale Erhöhung der Renten · 1. Juli 2026
Zeitplan der Rentenreform verschiebt sich
Nach Berichten vom 9. Oktober 2026 unter Berufung auf Regierungs- und Kanzleramtskreise ist ein Bundestagsbeschluss vor Jahresende nicht mehr geplant; angestrebt wird nun eine Kabinettsbefassung bis Ende 2026 und ein Parlamentsabschluss im Frühjahr 2027. Der Gesetzentwurf liegt noch nicht vor.
Altersvorsorgedepot ab 2027 — Produktwettbewerb läuft
Das Altersvorsorgedepot soll ab 1. Januar 2027 Riester als staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt ablösen und ermöglicht Investitionen in Aktien und ETFs mit bis zu 540 Euro Förderung jährlich. Das Gesetz ist beschlossen; Verbraucherschützer raten, Produktkosten vor Abschluss zu vergleichen. Zum Beitrag
Frühstart-Rente: Kinderdepots ab 2027
Ab 2027 zahlt der Staat laut Gesetz monatlich zehn Euro auf Kinderdepots — rückwirkend für Geburten ab 2026. Das Gesetz ist beschlossen; die konkrete Produktauswahl ist noch offen.
Sollen Fraktionen und Länder vor dem Kabinettsbeschluss zur Rentenreform förmlich eingebunden werden?
Soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abgeschafft werden?
Soll das Renteneintrittsalter stärker an die Lebenserwartung gekoppelt werden?
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FINANZENAnalyse · Finanzen Mehr Depots, kleines Geld: Warum der ETF-Boom der Frauen die strukturelle Vorsorgelücke verfehlt.
20. September 2026
WIRTSCHAFTWer ab 2027 monatlich 150 Euro in das neue Altersvorsorgedepot einzahlt, bekommt vom Staat bis zu 540 Euro im Jahr dazu — unabhängig vom Einkommen. Das klingt nach Gleichmacherei. Es ist das Gegenteil.
15. September 2026
FINANZENNeobroker drängen mit Nulltarif-Angeboten in den Markt für staatlich geförderte Altersvorsorge. Die genossenschaftliche Bankengruppe kämpft mit einem strukturellen Problem — und die Dekabank zeigt, wie es besser geht.
14. September 2026
POLITIKBundesarbeitsministerin Bärbel Bas hat in der Haushaltsdebatte Übergangsfristen und Vertrauensschutz für rentennahe Jahrgänge in Aussicht gestellt – ohne die Konditionen zu beziffern.
11. September 2026
FINANZENLars Klingbeil hat die Rentenreform als Befreiungsschlag verkauft. Ab 2027 sollen Millionen Deutsche staatliche Förderung nicht mehr in Versicherungsprodukte stecken, sondern in Aktien und ETFs — direkt, transparent, renditestark.
22. August 2026
WIRTSCHAFTJeder dritte Steuer-Euro fließt 2026 in die gesetzliche Rentenversicherung. Die Koalition nennt das Stabilität.
30. Juli 2026
POLITIKFrauen erhalten 2024 im Schnitt 36,9 Prozent weniger eigene Rente als Männer. Gleichzeitig beschloss der Bundestag im Juli 2026 eine GKV-Reform, die ab 2027 steigende Zusatzbeiträge bringt — bei Rentnerinnen mit 908 Euro Monatsrente trifft das besonders hart. Was die Fraktionen dazu sagen, was sie in Wahlprogrammen schreiben und wie sie abstimmen: ein Rastervergleich.
23. Juli 2026
POLITIKPensionäre des Bundes bekommen im Schnitt 3.400 Euro brutto im Monat. Gesetzlich Rentenversicherte bekommen 1.300 Euro. Dass dieser Unterschied existiert, ist bekannt. Dass ihn die Politik seit Jahrzehnten nicht anfasst, auch.
22. Juli 2026
POLITIKDie CDU/CSU-Fraktion verspricht eine „Aktivrente" — und hat sie beschlossen. Die SPD will das Rentenniveau stabilisieren — und streitet intern darüber, ob Minijobs für Rentner bleiben dürfen. Die Grünen fordern eine Erwerbstätigenversicherung — und sitzen in der Opposition ohne Drucksachenspur in dieser Legislatur. Die Linke verlangt 53 Prozent Rentenniveau — und 1.250 Euro Mindestrente. Gleiche Bühne, vier Architekturen.
20. Juli 2026
POLITIKDie Gleichung läuft vor jedem Rentner täglich durch: 603 Euro im Monat, 43 Stunden Arbeit, fünf Euro mehr Rente nach einem Jahr. Gleichzeitig verlässt jemand nach 40 Dienstjahren den Staatsdienst mit 71,75 Prozent des letzten Bruttogehalts – ohne je einen Cent in die Rentenkasse eingezahlt zu haben. Beide Summen sind legal, beide sind politisch gewollt. Dass sie nebeneinander existieren, sagt mehr über den deutschen Sozialstaat als jede Rentenkommission je in einem Abschlussbericht formulieren wird.
19. Juli 2026
POLITIK3.416 Euro brutto hier, 1.154 Euro dort — das sind keine Ausreißer, das ist der Durchschnitt.
16. Juli 2026
WIRTSCHAFTRund 270.000 Menschen gehen in Deutschland jedes Jahr vorzeitig und ohne Abschläge in Rente – weil sie mindestens 45 Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Das ist kein Randphänomen: Fast jeder dritte Neurentner nimmt diese Route. Nun soll sie gestrichen werden.
14. Juli 2026
POLITIKDie Rentenkommission hat geliefert: 33 Empfehlungen, ein Gesamtpaket, das Kanzler Friedrich Merz als unteilbar bezeichnet. Im Kern steht eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die steigende Lebenserwartung – alle zehn Jahre ein halbes Jahr mehr, beginnend nach 2031. Das klingt nach maßvoller Vernunft.
1. Juli 2026
WIRTSCHAFTWer mit 55 in Singapur auf sein Rentenkonto schaut, sieht dort seinen eigenen Namen. Kein Topf, den andere befüllt haben.
26. Juni 2026
POLITIKDie Alterssicherungskommission hat ihr Paket abgeliefert: 33 Empfehlungen, die das deutsche Rentensystem bis 2090 demografiefest machen sollen. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) versprachen bei der Entgegennahme Ende Juni 2026, das Paket vollständig und zügig umzusetzen – kein Rosinenpicken.
25. Juni 2026
POLITIKDeutschland hat ein Rentenproblem, das sich in einer Zahl verdichtet: Anfang der 1960er Jahre standen sechs Erwerbspersonen einem Rentner gegenüber. Heute sind es 2,1. Um 2050 werden es 1,3 sein.
24. Juni 2026
WIRTSCHAFTDeutschland zahlt im Jahr 2026 Renten an rund 21,5 Millionen Menschen. Ende 2025 beliefen sich die Gesamtausgaben für Ruheständler auf rund 301 Milliarden Euro.
15. Juni 2026
WIRTSCHAFTDie Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) erwartet für 2028 einen Beitragssatz von 19,9 Prozent — die erste Erhöhung seit 2007 und 0,1 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr prognostiziert. Gleichzeitig hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagezins nach einer kurzen Straffungsphase ab Sommer 2024 wieder gesenkt, was die ohnehin geschrumpften Renditen privater und betrieblicher Altersvorsorge erneut drückt.
2. Juni 2026
POLITIKDie Rentenkommission der Bundesregierung soll bis Ende Juni 2026 Vorschläge zur langfristigen Finanzierung der gesetzlichen Rente vorlegen — und Medienberichte deuten auf eine Empfehlung zur schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre hin. 73 Prozent der Deutschen lehnen das ab (BILD).
31. Mai 2026
POLITIKDie Rentenkommission der Bundesregierung erwägt, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 70 Jahre anzuheben und das Rentenniveau nach 2031 auf 46 Prozent zu senken — konkrete Vorschläge sollen bis Ende Juni vorliegen. Die Maßnahme soll das Rentensystem stabilisieren, dessen Finanzierungsbasis durch den Austritt der Babyboomer-Jahrgänge aus dem Erwerbsleben erodiert: Bis 2035 steigt die Zahl der über 67-Jährigen von 16 auf mindestens 20 Millionen, der Altenquotient klettert von 31,4 (2020) auf prognostizierte 46,7 im Jahr 2040. Diese These vertritt der Kommentar: Die Rente mit 70 ist keine Lösung des Finanzierungsproblems, sondern eine Verschiebung der Kosten — weg von den Sozialkassen, hin zu den Körpern derjenigen, die sie am wenigsten tragen können, und in die Pflegeversicherung, die ohnehin am Limit operiert.
31. Mai 2026