Rente

Stand: 20. September 2026 00:41

Rente: der Stand

Stand:

Bundeskanzler Friedrich Merz geht laut Berichten unter Berufung auf Regierungs- und Kanzleramtskreise vom 9. Oktober 2026 davon aus, dass sich der Zeitplan für die große Rentenreform verschiebt: Ein Bundestagsbeschluss bis Ende 2026 und ein Inkrafttreten zum 1. Januar 2027 sind demnach nicht mehr zu halten. Angestrebt wird nun eine Kabinettsbefassung noch im Laufe des Jahres und ein Abschluss im Bundestag im Frühjahr 2027. Zusätzliche Spannung entsteht durch einen Vorstoß von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch: Er will Fraktionen und Ministerpräsidenten vor einem Kabinettsbeschluss einbinden und hat einen „Rentengipfel" ins Gespräch gebracht. Unionsfraktionsvize Johannes Winkel wies diesen Vorschlag am 11. Oktober 2026 zurück und bestand auf Entscheidungsfähigkeit der Koalition. Die Alterssicherungskommission hatte ihren Bericht mit 33 Empfehlungen im Juni 2026 im Kanzleramt übergeben; strittig sind vor allem die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.

Zahlen

  • 42,52 Euro

    Aktueller Rentenwert West, brutto je Entgeltpunkt und Monat · 1. Juli 2026

  • 4,24 Prozent

    Rentenanpassung, prozentuale Erhöhung der Renten · 1. Juli 2026

Zentrale Themen

  • Zeitplan der Rentenreform verschiebt sich

    Nach Berichten vom 9. Oktober 2026 unter Berufung auf Regierungs- und Kanzleramtskreise ist ein Bundestagsbeschluss vor Jahresende nicht mehr geplant; angestrebt wird nun eine Kabinettsbefassung bis Ende 2026 und ein Parlamentsabschluss im Frühjahr 2027. Der Gesetzentwurf liegt noch nicht vor.

  • Altersvorsorgedepot ab 2027 — Produktwettbewerb läuft

    Das Altersvorsorgedepot soll ab 1. Januar 2027 Riester als staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt ablösen und ermöglicht Investitionen in Aktien und ETFs mit bis zu 540 Euro Förderung jährlich. Das Gesetz ist beschlossen; Verbraucherschützer raten, Produktkosten vor Abschluss zu vergleichen. Zum Beitrag

  • Frühstart-Rente: Kinderdepots ab 2027

    Ab 2027 zahlt der Staat laut Gesetz monatlich zehn Euro auf Kinderdepots — rückwirkend für Geburten ab 2026. Das Gesetz ist beschlossen; die konkrete Produktauswahl ist noch offen.

Wo die Beteiligten auseinanderliegen

  • Sollen Fraktionen und Länder vor dem Kabinettsbeschluss zur Rentenreform förmlich eingebunden werden?

    SPD-Bundestagsfraktion:
    Fraktionschef Matthias Miersch hat vorgeschlagen, Fraktionen und Ministerpräsidenten vor einem Kabinettsbeschluss einzubeziehen und einen „Rentengipfel" abzuhalten.
    CDU/CSU-Bundestagsfraktion:
    Fraktionsvize Johannes Winkel wies den Vorschlag am 11. Oktober 2026 entschieden zurück und bestand darauf, dass die Koalition entscheidungsfähig bleiben müsse.
  • Soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abgeschafft werden?

    Alterssicherungskommission:
    Die Kommission hat in ihrem Bericht vom Juni 2026 die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren als eine ihrer 33 Empfehlungen vorgelegt.
    SPD-Bundestagsfraktion:
    Die SPD pocht auf den Erhalt der vorzeitigen abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren und lehnt deren Streichung ab.
  • Soll das Renteneintrittsalter stärker an die Lebenserwartung gekoppelt werden?

    Alterssicherungskommission:
    Die Kommission empfiehlt eine stärkere Kopplung des Renteneintrittsdatums an die steigende Lebenserwartung und strebt eine Deckelung von Beitragsanstiegen an.
    Gewerkschaften:
    Gewerkschaften und Sozialverbände warnen, eine solche Kopplung bedeute faktisch eine Rentenkürzung und eine Erhöhung des Rentenalters durch die Hintertür.

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Die Rentenkommission der Bundesregierung soll bis Ende Juni 2026 Vorschläge zur langfristigen Finanzierung der gesetzlichen Rente vorlegen — und Medienberichte deuten auf eine Empfehlung zur schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre hin. 73 Prozent der Deutschen lehnen das ab (BILD).

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Die Rentenkommission der Bundesregierung erwägt, das Renteneintrittsalter schrittweise auf 70 Jahre anzuheben und das Rentenniveau nach 2031 auf 46 Prozent zu senken — konkrete Vorschläge sollen bis Ende Juni vorliegen. Die Maßnahme soll das Rentensystem stabilisieren, dessen Finanzierungsbasis durch den Austritt der Babyboomer-Jahrgänge aus dem Erwerbsleben erodiert: Bis 2035 steigt die Zahl der über 67-Jährigen von 16 auf mindestens 20 Millionen, der Altenquotient klettert von 31,4 (2020) auf prognostizierte 46,7 im Jahr 2040. Diese These vertritt der Kommentar: Die Rente mit 70 ist keine Lösung des Finanzierungsproblems, sondern eine Verschiebung der Kosten — weg von den Sozialkassen, hin zu den Körpern derjenigen, die sie am wenigsten tragen können, und in die Pflegeversicherung, die ohnehin am Limit operiert.

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