Migration

Stand: 22. September 2026 00:42

Migration: der Stand

Stand:

Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die durchschnittliche Dauer von Asylklageverfahren in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung auf 15,3 Monate verlängert; in den Jahren davor war sie gesunken. Sachsen hat die längsten Verfahren, Rheinland-Pfalz gehört zu den schnellsten Ländern. Im September 2026 verzeichnete das BAMF 5.276 Asylanträge — leicht mehr als in den Sommermonaten, aber weniger als im Vorjahreszeitraum. Am 26. September 2026 kamen beim zweiten 'Munich Migration Meeting' unter Leitung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt EU-Innenkommissar Magnus Brunner sowie Vertreter aus 17 europäischen Staaten zusammen, um über die Verschärfung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS), Außengrenzschutz und Rückführungen zu beraten. Die Binnengrenzkontrollen an allen deutschen Landgrenzen, seit September 2024 stationär, dauern an; Dobrindt hatte Ende Juli 2026 ihre unbefristete Verlängerung und Verschärfung angekündigt. Für die kommenden Wochen sind keine belegten Termine bekannt.

Zahlen

  • 5.276 Asylerstanträge

    Monatliche Neuzugänge ins deutsche Asylsystem · September 2026

  • 55.366 Asylerstanträge

    Kumulierte Neuzugänge ins deutsche Asylsystem 2026 · 2026

  • 157.901 abgeschlossene Asylverfahren

    Vom BAMF entschiedene Verfahren im laufenden Jahr · 2026

  • 23.754 Personen

    Von der Bundespolizei an Grenzen abgewiesene oder zurückgeschobene Personen · Januar bis August 2026

Zentrale Themen

  • Asylklageverfahren: Dauer steigt wieder

    Nachdem die Verfahrensdauer bei Asylklagen — also gerichtlichen Überprüfungen von BAMF-Bescheiden — jahrelang gesunken war, meldet die Bundesregierung für das erste Halbjahr 2026 einen Anstieg auf durchschnittlich 15,3 Monate. Sachsen liegt am längsten, Niedersachsen auf dem vorletzten Platz mit durchschnittlich 20 Monaten.

  • Binnengrenzkontrollen: Verlängerung und Verschärfung

    Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kündigte Ende Juli 2026 an, die seit September 2024 laufenden stationären Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen unbefristet zu verlängern und zu verschärfen; die Maßnahme ist in Kraft.

  • GEAS-Verschärfung: Munich Migration Meeting

    Beim zweiten 'Munich Migration Meeting' am 26. September 2026 berieten Dobrindt, EU-Innenkommissar Magnus Brunner und Vertreter aus 17 Staaten über eine raschere und härtere Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems sowie Drittstaatenlösungen; Beschlüsse sind nicht belegt. Zum Beitrag

  • EU-Rückführungsverordnung: verabschiedet, Umsetzung offen

    Das Europäische Parlament hat am 17. Juni 2026 eine neue Rückführungsverordnung mit 418 Ja-Stimmen, 218 Nein-Stimmen und 30 Enthaltungen verabschiedet; kein unterzeichnetes Abkommen zur Einrichtung externer Abschiebezentren liegt vor. Zum Beitrag

  • Einbürgerungen: Höchststand 2025

    Im Jahr 2025 wurden laut Statistik 332.500 Einbürgerungen in Deutschland verzeichnet — der höchste Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Beitrag

Wo die Beteiligten auseinanderliegen

  • Wie weit soll das Gemeinsame Europäische Asylsystem verschärft und auf Drittstaaten ausgeweitet werden?

    Bundesinnenministerium:
    Dobrindt und die beim Munich Migration Meeting vertretenen Staaten fordern eine rasche, harte Implementierung des GEAS und prüfen externe Abschiebezentren.
    Menschenrechtsverbände:
    Verbände kritisieren, dass Drittstaatenlösungen und die Einschränkung von Krisenmechanismen das individuelle Asylrecht aushöhlen.
  • Sollen externe EU-Abschiebezentren außerhalb Europas eingerichtet werden?

    EU-Mehrheit:
    Neunzehn von siebenundzwanzig EU-Mitgliedstaaten sprechen sich für die Unterbringung abgelehnter Asylbewerber in Zentren außerhalb Europas aus.
    Frankreich:
    Präsident Emmanuel Macron bezeichnet externe Abschiebezentren als weder effizient noch mit europäischen Werten vereinbar.

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