Stand:
Die Armutsgefährdungsquote in Deutschland lag 2025 bei 16,1 Prozent; das entspricht 13,3 Millionen Menschen mit einem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Nettoäquivalenzeinkommens. Besonders hoch ist die Quote bei Menschen ab 65 Jahren: Sie lag 2025 bei 19,5 Prozent. Am 31. Januar 2026 waren laut amtlicher Statistik 452.900 Personen als wohnungslos in Notunterkünften oder Sammelunterkünften untergebracht. Mehr als 980 Tafeln verteilen Lebensmittel; zum bundesweiten Tafel-Tag am 15. September 2026 rief der Dachverband zu mehr Solidarität und Ehrenamt auf. Der Paritätische Gesamtverband warnte im Juni 2026 vor einer verschärften sozialen Spaltung und lehnt Kürzungen bei sozialen Leistungen ab; die Bundesregierung verweist auf Haushaltsdisziplin bei gleichzeitiger gezielter Förderung. Konkrete Beschlüsse zur Anhebung der Regelsätze oder zur Wohnungslosen-Hilfe sind im Recherchezeitraum nicht belegt.
16,1 Prozent
Armutsgefährdungsquote (unter 60 % des Medianeinkommens) · 2025
13,3 Millionen Menschen
Personen unter der relativen Armutsgefährdungsschwelle · 2025
19,5 Prozent
Armutsgefährdungsquote bei Personen ab 65 Jahren · 2025
452.900 Personen
Untergebrachte wohnungslose Menschen in Notunterkünften · Stichtag 31. Januar 2026
3,8 Millionen Personen
Menschen in Haushalten mit Zahlungsverzug bei Strom oder Gas · 2025
Wohnungslosigkeit: Zahl auf hohem Stand
Zum 31. Januar 2026 waren 452.900 Personen behördlich als wohnungslos in Unterkünften registriert. Verbände wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe fordern einen verbindlichen Ausbau des sozialen Wohnungsbaus; Kommunen und Länder verweisen auf überlastete Unterbringungskapazitäten. Zum Beitrag
Tafeln: Nachfrage wächst, Netz auf 980 Standorte
Mehr als 980 Tafeln versorgten im September 2026 bundesweit Bedürftige mit Lebensmitteln. Einzelne Standorte verhängten Aufnahmestopps wegen Überlastung; mehrere Tafeln meldeten eine wachsende und sich verändernde Kundenstruktur.
Energiearmut: Millionen mit Zahlungsverzug
Rund 3,8 Millionen Menschen lebten 2025 in Haushalten, die mit Strom- oder Gasrechnungen im Rückstand waren; das entspricht laut Statistischem Bundesamt 4,6 Prozent der Bevölkerung. Maßnahmen zur gezielten Abhilfe sind im Recherchezeitraum nicht belegt.
Studierende: Mehr als ein Drittel armutsgefährdet
Laut einer Auswertung des Paritätischen Gesamtverbands ist mehr als ein Drittel der Studierenden in Deutschland von Armut betroffen. Konkrete Gegenmaßnahmen auf Bundesebene sind im Recherchezeitraum nicht belegt.
Wie soll der Staat auf die steigende Armutsgefährdungsquote reagieren?
Wer trägt die Verantwortung für die Unterbringung Wohnungsloser?
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Armutsgefährdet, gesamt
% der Bevölkerung
Mikrozensus-Reihe von Destatis nur bis 2022 geöffnet; 2023/2024 gibt es keinen Mikrozensus-Bundeswert (Destatis führt seitdem EU-SILC als Hauptquelle, MZ-Kern-Bundeswerte entfallen laut Statistikportal). Brüche: Mikrozensus-Stichprobe 2016, methodische Neugestaltung 2020 (ab 2020 nur eingeschränkt vergleichbar). EU-SILC weicht ab (siehe armutsquote_eusilc), da anderes Einkommenskonzept.
Bruch 2020: EU-SILC läuft ab 2020 als Unterstichprobe im Mikrozensus, Vergleich mit Jahren davor laut Destatis nicht möglich (2017/2018 = alte Erhebung Leben in Europa). Werte 2020-2025 Endergebnisse (Stand 9.4.2026). Niveau weicht vom Mikrozensus-Kern deutlich ab (z. B. 2020: 16,1 vs. 16,2; 2022: 14,8 vs. 16,7).
Armutsgefährdet, Kinder unter 18
% der Kinder (EU-SILC)
Mikrozensus-Reihe für unter 18-Jährige 2015-2019 konnte aus einer Primärquelle nicht geöffnet werden (Destatis verweist auf GENESIS-Online) und fehlt deshalb; ab 2020 nur EU-SILC. Bruch 2020 zu Vorjahren.
Wohnungs- und Obdachlose
Personen
Erst ab 2022. Bruch: Ab 2023 große Gruppe Geflüchteter aus der Ukraine (rund 28-35 %) und laut Destatis Verbesserungen der Meldungen; Anstieg 2022-2025 nicht allein reale Zunahme. Nicht vergleichbar mit BAG-W-Hochrechnung.
2016 fehlt: eine Einzelzahl liegt auf geöffneten Primärseiten nicht vor (nur Differenz im BAG-W-Text vom 30.7.2019). Schätzmodell seit 2017 neu (NRW-Daten hochgerechnet); frühere Werte nur eingeschränkt vergleichbar. 2017 und 2021/2023 sind Zusatzjahre. 2018-2020 +/-10 %. Ab 2022 Hochrechnung mit anderem Zuschnitt, enthält wohnungslose Geflüchtete, v. a. Ukraine; ca. +500 000 über der Bundesstatistik (2024).
2016 fehlt (nicht auf geöffneter Primärseite). 2017-2020 Basis ohne anerkannte Geflüchtete (Schätzmodell ab 2017), +/-10 %; 2022-2024 Hochrechnung. Nicht mit Zählungen einzelner Städte oder dem Bundes-Wohnungslosenbericht vergleichbar.
Von Tafeln versorgte Menschen
Mio.
Lücken: 2015, 2016, 2020 (kein Wert gefunden), 2023 (nur Spanne 1,6-2 Mio.). Angaben sind Verbands-Selbstauskünfte, teils gerundet; 2022 Näherung ("etwa zwei Millionen"). Verbands-Pressetexte nennen daneben teils abweichend 1,5/1,6 Mio.
GESELLSCHAFTÜber 16 Prozent der Deutschen gelten als armutsgefährdet, die Regelsätze wurden 2026 nicht erhöht, und die Tafeln zählen mittlerweile doppelt so viele Besucher wie noch 2020. Dass dies als Normalzustand gilt, ist das eigentliche Problem. Zwei Millionen Menschen stellen sich bei deutschen Tafeln an.
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