Am 3. Juni 2026 reagierten Beamte des Los Angeles Police Department auf einen Notruf im Wohngebiet Erwin Street im Stadtteil Tarzana. Wer die Leitung wählte, sagte: „Ich bin der Menschensohn, ich habe gerade den Sünder getötet." Beamte fanden James Handy bewusstlos im Vorgarten, einen Stich in der Brust. Rettungskräfte brachten ihn in ein nahegelegenes Krankenhaus, wo er für tot erklärt wurde.

Michael Gledhill, 44 Jahre alt, stoppte die anrückenden Einsatzkräfte in der Nähe, bezeichnete sich selbst als Tatverdächtigen und wurde festgenommen. Nach Angaben des LAPD hatte er sich so selbst überführt.

Gledhill ist der Sohn von Handys Lebensgefährtin. Nach Angaben eines langjährigen Schauspieler-Kollegen von Handy gegenüber der Nachrichtenagentur AP hatte die Mutter ihren Sohn in ihrer umgebauten Garage untergebracht; Handy habe viel Zeit dort verbracht, obwohl er ein eigenes Haus besaß. Derselbe Kollege sagte, Handy habe gelegentlich erwähnt, dass Gledhill psychische Probleme habe.

Anklage und Prozessunfähigkeit

Am 5. Juni 2026 – dem Datum der ursprünglich angesetzten ersten Anhörung – ließ ein Richter das reguläre Verfahren pausieren und verwies den Fall an ein auf psychische Gesundheit spezialisiertes Gericht. Grund war Gledhills Fernbleiben vom Termin.

Am 22. Juni 2026 befand Los Angeles Superior Court Judge Maria Cavalluzzi nach psychiatrischen Gutachten: Gledhill ist nicht in der Lage, das Verfahren gegen sich zu verstehen, und kann seinen Anwalt bei der eigenen Verteidigung nicht sinnvoll unterstützen. Das Gericht erließ eine Anordnung, ihn bis zu einem Jahr lang gegen seinen Willen medikamentös zu behandeln – gestützt auf die psychiatrische Einschätzung, dass geeignete Medikamente seinen Zustand erheblich verbessern könnten. Für den 14. Juli 2026 war ein Anhörungstermin zur langfristigen Unterbringung angesetzt.

Die öffentlichen Verteidiger Donna Tryfman und Robert Krauss betonten in einer schriftlichen Erklärung: Die Entscheidung sei „keine Schuld- oder Unschuldsfeststellung". Behandlung und Wiederherstellung der Prozessfähigkeit hätten Vorrang vor dem Strafverfahren. Sollte Gledhill zu einem späteren Zeitpunkt für prozessfähig befunden werden, würde das Verfahren bis zum Urteil fortgesetzt.

Eine Mordanklage ist erhoben; ein Urteil liegt nicht vor, die Unschuldsvermutung gilt.

Psychiatrischer Hintergrund und Familienaussagen

Gledhills Mutter, Wendy Gledhill, erklärte nach Medienberichten, ihr Sohn leide unter schweren psychischen Problemen und habe im Juli 2025 die Diagnose Schizophrenie erhalten. Ihrem Wissen nach habe er seine Medikamente etwa eine Woche vor der Tat abgesetzt. Das Verhältnis zwischen ihrem Sohn und Handy sei nicht immer reibungslos gewesen, meistens aber herzlich.

Bezirksstaatsanwalt Nathan Hochman sagte unmittelbar nach dem Tod Handys: „So sollte kein Leben enden – erstochen und sterbend im Vorgarten eines Hauses liegend."

Die Ermittler ordneten den Fall als familiären Einzelfall ein und sahen keine Gefahr für die Öffentlichkeit. Ein politisches oder religiöses Tatmotiv ist nach Behördenangaben nicht festgestellt.

Wer James Handy war

James Handy war 81 Jahre alt und gehörte zu den erfahrenen Charakterdarstellern Hollywoods. Besondere Bekanntheit erlangte er durch Rollen in „Top Gun: Maverick" und „Jumanji". Das Los Angeles County District Attorney's Office bezeichnete ihn als jemanden, der „seine späten Jahre in Würde und mit denen, die er liebte, hätte genießen sollen".

Was jetzt folgt

Das weitere Verfahren hängt davon ab, ob Gledhills Prozessfähigkeit durch die angeordnete Behandlung wiederhergestellt werden kann. Die Anhörung vom 14. Juli 2026 sollte klären, wo er langfristig untergebracht wird. Ein Termin für eine erneute Kompetenzprüfung war zum Zeitpunkt der verfügbaren Berichte nicht öffentlich bekannt.