Der Airbus A320-271N der Corendon Airlines war auf dem Weg von der griechischen Insel Korfu nach Nürnberg, als aus dem Cockpit der Transpondercode 7500 gesendet wurde – international vereinbart als Kennung für eine Entführung an Bord. Gleichzeitig ließ sich der Pilot per Funk nicht erreichen. Die Deutsche Flugsicherung koordinierte daraufhin den Aufstieg von Eurofighter-Kampfjets der Bundeswehr, die die Maschine im deutschen Luftraum begleiteten.
Sperrung, Landung, Entwarnung
Der Flughafen Nürnberg riegelte den Betrieb gegen 12:21 Uhr ab; der Flughafenbetreiber stellte den Flugverkehr ein. Das betroffene Flugzeug landete laut Daten von Flightradar24 um 12:16 Uhr – also noch vor der offiziellen Absperrung – sicher auf dem Albrecht-Dürer-Airport. Die Polizei Mittelfranken überprüfte die Maschine und alle Insassen vor Ort. Um kurz nach 13:30 Uhr gab die Polizei Entwarnung: Es bestehe keine Gefahr, allen Passagieren und Besatzungsmitgliedern gehe es gut. Der Flugbetrieb wurde zu diesem Zeitpunkt wieder freigegeben.
Was den Alarm auslöste, ist amtlich noch nicht abschließend bestätigt. Nach Medienberichten geht die Polizei von einem möglichen Defekt des Funksystems im Cockpit aus, der zur fehlerhaften Übermittlung des Notfallcodes geführt haben könnte. Die Ermittlungen der Polizei Mittelfranken dauern an.
Ein schwieriger Morgen davor
Der 13. Oktober begann für den Nürnberger Flughafen bereits unruhig. Zwischen 2:00 und 4:00 Uhr meldeten drei Piloten unabhängig voneinander die Sichtung eines Objekts, das eine Drohne gewesen sein könnte. Sechs Flüge verspäteten sich, zwei ankommende Maschinen wichen vorsorglich nach Köln und Prag aus. Polizeiliche Suchmaßnahmen – darunter ein Hubschraubereinsatz – blieben ergebnislos; das Objekt wurde nicht bestätigt. Einen amtlich belegten Zusammenhang zwischen diesen Sichtungen und dem Transponder-Alarm am Nachmittag gibt es nach aktuellem Stand nicht.
Was als Nächstes ansteht
Die Polizei Mittelfranken ermittelt zur Ursache des gesendeten Codes 7500. Sobald Ergebnisse vorliegen, wird zu klären sein, ob ein technischer Defekt des Bordfunks vorlag oder ein anderer Ablauf. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat bislang keine Untersuchung zu dem Vorfall angekündigt. Wann und ob sie sich einschaltet, hängt vom weiteren Ermittlungsstand der Polizei ab.
