Der Sturm ist der erste Atlantik-Hurrikan der Saison 2026, der US-Gebiet traf.
Was das NHC amtlich mitteilte
Das National Hurricane Center meldete den Landfall im Lagebericht vom 10. Oktober 2026 (01:00 Uhr CDT): Zum Zeitpunkt des Auftreffens auf die Küste lagen die maximalen anhaltenden Windgeschwindigkeiten bei 105 mph (rund 169 km/h), der minimale Zentraldruck bei 971 mb. Zuvor hatte „Isaias" auf seinem Weg durch den Golf von Mexiko kurzzeitig Kategorie-3-Stärke mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 mph (rund 185 km/h) und einem Kerndruck von 959 mb erreicht, bevor Windscherung den Sturm abschwächte.
Robbie Berg, Hurrikan-Experte des NHC, hielt in einem Freitagslagebericht fest: Auch nach dem Landfall seien anhaltende Orkanböen bis zu 100 Meilen ins Landesinnere hinein wahrscheinlich. Bis zum Morgen des 10. Oktober zog das System als Post-Tropen-Zyklon mit 65 mph (rund 100 km/h) und einem Luftdruck von 1000 mb mit etwa 20 mph (rund 31 km/h) nordwärts über den Süden Alabamas.
Das NHC hob Hurrikan-Warnungen auf und stufte Teile der Sturmflut-Warnungen auf Tropensturm-Warnungen herab. Die Behörde warnte weiterhin vor Sturzfluten und starkem Wind, die sich ins Landesinnere ausbreiten – Alabama, Georgia und Tennessee werden von heftigen Regenfällen und Windböen betroffen.
Sturmflut, Regen, Stromausfälle
Besonders an der Küste des Nordwestens Floridas warnten NHC-Meteorologen vor lebensbedrohlichen Sturmfluten: Das Wasser könnte den normalerweise trockenen Boden um bis zu 2,7 Meter übersteigen, entlang der Grenze zwischen Alabama und Florida um bis zu 7 Fuß (rund 2,1 Meter). Für die zentralen Golfgewässer wurden Wellenhöhen von 7 bis 11 Metern vorhergesagt.
Die Niederschlagsmengen lagen laut NHC bei 100 bis 200 Litern pro Quadratmeter, örtlich bis zu 380 Liter. Am späten Freitagabend hatten nach Angaben des Datendienstleisters poweroutage.com mehr als 400.000 Kunden in Florida und Alabama keinen Strom; nach Medienberichten stieg die Zahl auf über 760.000 Betroffene im gesamten Südosten der USA.
In Mobile, Alabama, verhängten die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre. Floridas Gouverneur Ron DeSantis sagte bei einer Pressekonferenz am späten Freitagabend: „Der Sturm ist da. Begeben Sie sich nicht auf die Straßen." Jamie Rhome, stellvertretender Direktor des NHC, warnte: „Die Lage wird wirklich, wirklich gefährlich."
Notstand und Evakuierungen
Die Gouverneure von Florida, Alabama und Mississippi riefen noch vor dem Landfall den Notstand aus. Alabama-Gouverneurin Kay Ivey ordnete die Evakuierung von Touristen und Besuchern aus Küstenorten an – darunter Gulf Shores, Orange Beach und Dauphin Island. In Florida galten obligatorische Evakuierungsanordnungen für Escambia, Okaloosa, Walton und Franklin Counties; freiwillige Evakuierungen betrafen Santa Rosa, Bay und Wakulla Counties. In Mississippi wurden Notunterkünfte in den Küsten-Counties Harrison, George, Hancock und Jackson geöffnet.
Florida mobilisierte rund 5.000 Soldaten und Luftwaffenkräfte der Nationalgarde zur Unterstützung der Katastrophenschutzmaßnahmen. Zahlreiche Flüge im Florida Panhandle wurden gestrichen, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Föderale Notdeklarationen für die betroffenen Bundesstaaten wurden genehmigt.
Offshore-Förderung im Golf von Mexiko
Vor Sturmankunft zogen Energieunternehmen erhebliche Teile ihrer Offshore-Belegschaft ab. Die Marine Minerals Administration (MMA) veröffentlichte am Donnerstag Daten, nach denen Personal von 121 der 371 bemannten Förderplattformen im Golf von Mexiko – rund 33 % – evakuiert worden war. Zudem wurden fünf nicht dynamisch positionierte Bohrinseln vollständig verlassen; vier dynamisch positionierte Anlagen verließen den Sturmpfad vorsorglich.
Nach MMA-Angaben wurden rund 63 % der Rohölförderung im Golf eingestellt, was etwa 1,28 Millionen Barrel pro Tag entspricht – das ist knapp 15 % der gesamten jährlichen US-Rohölproduktion aus diesem Seegebiet. Die Erdgasförderung fiel um rund 57 %, entsprechend etwa 1,13 Milliarden Kubikfuß pro Tag. Sobald der Sturm abgezogen ist, sollen unbeschädigte Anlagen nach Routinesicherheitskontrollen sofort wieder anlaufen, erklärte die MMA; beschädigte Anlagen benötigen zusätzliche Zeit.
Wie es weitergeht
Amtlich bestätigte Angaben zu Todesopfern, Verletzten und Gebäudeschäden lagen zum Stand 10. Oktober 2026, 07:20 Uhr UTC, noch nicht vor. Das NHC beobachtet weiterhin die Ausbreitung von Sturzfluten und starkem Wind ins Landesinnere der Südoststaaten. Wann und in welchem Umfang die Offshore-Energieproduktion vollständig wieder aufgenommen werden kann, hängt von den noch ausstehenden Inspektionen ab. Notstandsbehörden – darunter FEMA, das nach erheblichen Umstrukturierungen zuletzt unter Beobachtung von Katastrophenschutz-Experten stand – werden in den kommenden Tagen erste Schadensbilanz ziehen.
