Krösche war Spieler, bevor er Entscheider wurde. Von 1998 bis 2001 spielte er für Werder Bremen II, danach bis 2014 für den SC Paderborn. Seit Juni 2021 führt er das Sportressort der Eintracht. Am 18. Oktober 2026 endete diese Amtszeit vorzeitig.

Vom Spieler zum Sportvorstand

Der Sportvorstand verantwortet in einer Fußball-AG die sportliche Leitung: den Profikader und die Trainerfrage. Wer das Amt innehat, entscheidet über beides und wird daran gemessen.

Krösche kam über mehrere Stationen dorthin. 1999 gewann er mit Werder Bremen die deutsche A-Jugendmeisterschaft, ein Einsatz für die U21-Nationalmannschaft folgte. Ab 2001 spielte er in Paderborn, bis 2014. Parallel studierte er von 2008 bis 2011 Betriebswirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft Paderborn.

Im Juli 2014 übernahm er die zweite Mannschaft des SC Paderborn als Trainer. Ein Jahr später wechselte er als Co-Trainer zu Bayer 04 Leverkusen, bis März 2017. Die DFB-Fußballtrainerlizenz erhielt er im März 2018. Schon im März 2017 war er jedoch als Geschäftsführer Sport zum SC Paderborn zurückgekehrt, bis Juni 2019. Es folgte von Juli 2019 bis Mai 2021 die Position des Sportdirektors bei RB Leipzig.

Die Daten sind Monatsangaben, wie Vereinsvita und Nachschlagewerke sie nennen. Im Juni 2021 rückte Krösche in Frankfurt in den Vorstand auf, also in das Gremium, das die Aktiengesellschaft leitet.

Was in Frankfurt geschah

Über fünf Jahre führte Krösche das Sportressort der Eintracht. Der größte Erfolg dieser Zeit ist der Europa-League-Gewinn im Mai 2022. Dazu kamen Teilnahmen an der Champions League. Beide Ergebnisse stehen in seiner Amtszeit, nicht in einem Ausnahmefall.

Seit Saisonbeginn 2026 stand Krösche nach Medienberichten in der Kritik, unter anderem wegen der Verpflichtung von Trainer Albert Riera und wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses des Kaders in der vorherigen Spielzeit. Diese Kritik betrifft seine Entscheidungen im Amt. Sie ist ein Befund, keine Erklärung seiner Person.

Mit Krösches Freistellung übernimmt Axel Hellmann die sportliche Leitung vorerst kommissarisch. Hellmann ist seit 2012 im Vorstand und seit 2021 Vorstandssprecher; nun steigt er zum Vorstandsvorsitzenden auf.

Warum er geht

Die Eintracht hat die Freistellung am 18. Oktober 2026 mitgeteilt. Der Aufsichtsrat entsprach Krösches Wunsch mit sofortiger Wirkung. Die Mitteilung des Vereins und Krösches Erklärung sind die Primärquellen dieses Vorgangs.

In seiner Erklärung sagte Krösche nach Medienberichten, er habe nach über fünf Jahren das Gefühl, eine Veränderung und einen neuen Impuls zu brauchen. Ihm fehle dafür zuletzt die nötige Durchschlagskraft. Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Beck erklärte, der Wunsch sei nach vertraulichen Gesprächen respektiert worden.

Dem Vernehmen nach besteht der bis 2028 laufende Vertrag in angepasster Form fort.

Die Laufbahn sagt über diesen Abschied nichts. Die Begründung steht in Krösches eigener Erklärung und in den Worten Becks, nicht in den Stationen davor.

Was als Nächstes ansteht

Am Montag, 19. Oktober, tagt die Mitgliederversammlung der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Dem Vernehmen nach fiel der Abschied vor dieser Versammlung, um die Personalie vorab zu klären.

Den Vorstand einer Aktiengesellschaft bestellt der Aufsichtsrat (§ 84 AktG). Die Frage, wer die sportliche Verantwortung künftig trägt, beantwortet also das Gremium, nicht die Vita.