KommentarAlexander Dobrindt ist der mächtigste Minister, über den die wenigsten reden. Das ZDF-Format PolitiX zeichnet in einer sehenswerten Ausgabe das Porträt eines Mannes, der Koalitionen zusammenhält, Abstimmungen rettet und Abschiebeflieger terminiert — und dabei stets darauf achtet, dass die Kamera im richtigen Moment läuft.
8. Juni 2026
KommentarAugenzeugen entscheiden Verfahren. Sie kippen Urteile, retten Unschuldige, überführen Schuldige.
7. Juni 2026
KommentarBayerns Ministerpräsident Markus Söder beendet seine Essens-Posts auf Instagram und nennt die Weltlage als Grund. Wer das für eine Prioritätenverschiebung hält, verwechselt die Speisekarte mit dem Menü.
4. Juni 2026
ParteivergleichSeit 2020 reisen Soldaten in Uniform kostenlos durch Deutschland. Polizisten dürfen das nur in manchen Bundesländern, nur im Nahverkehr, nur mit Uniform.
2. Juni 2026
KommentarDie FDP verabschiedet auf ihrem 77. Bundesparteitag erneut marktwirtschaftliche Maximalforderungen, die sie in Regierungsverantwortung nie durchgesetzt hat. Der neue Vorsitzende Wolfgang Kubicki verspricht einen konservativ-liberalen Kurs — doch das Muster aus Parteitagsrhetorik und Regierungskompromiss bleibt ungebrochen. --- Am 30. Mai 2026 wählen die Delegierten des 77. Ordentlichen Bundesparteitags Wolfgang Kubicki mit 59,27 Prozent der Stimmen zum neuen Bundesvorsitzenden — gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die einen sozial-liberaleren Kurs vertritt.
2. Juni 2026
AnalyseWolfgang Kubicki, 74, hat am 30. Mai 2026 auf dem 77. Bundesparteitag in Berlin den FDP-Vorsitz gewonnen — mit 390 von 658 Stimmen, knapp 59 Prozent, gegen die erst auf dem Parteitag angetretene Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die 259 Stimmen erhielt (ZDFheute, Handelsblatt). Er übernimmt eine Partei, die seit der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 nicht mehr im Bundestag sitzt: 4,3 Prozent der Zweitstimmen, das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl in ihrer Geschichte (Deutscher Bundestag).
2. Juni 2026
ParteivergleichDie EU friert seit dem 28. Mai 2026 Vermögen von vier Siedlerorganisationen und drei Einzelpersonen im Westjordanland ein — darunter die Nachala-Bewegung und deren Direktorin Daniella Weiss. Deutschland stimmte zu.
2. Juni 2026
ParteivergleichMecklenburg-Vorpommern bezieht bis 2027 fast zwei Milliarden Euro aus EU-Fördertöpfen. Im Schweriner Landtag stimmten im Juli 2025 SPD, CDU, Linke, Grüne und FDP gemeinsam gegen die Brüsseler Zentralisierungspläne ab 2028 — nur die AfD trug den Antrag nicht mit.
2. Juni 2026
KommentarSechsundsiebzig Bewerbungen, dreizehn Tage zwischen Fristende und Wahl, ein Stiftungsrat, dessen Regierungsmehrheit die Wähleranteile der Koalition um achtzehn Prozentpunkte übersteigt: Die Bestellung des nächsten ORF-Generaldirektors am 11. Juni 2026 ist kein Findungsprozess, sondern eine Machtdemonstration im Gewand eines Auswahlverfahrens. Wer das Verfahren gegen den Maßstab demokratischer Rundfunkaufsicht liest, findet einen Sender, der auf dem Papier gerade unabhängiger wird – und in der Praxis so regierungsnah bleibt wie seit Jahrzehnten.
2. Juni 2026
KommentarRobert Habeck sitzt seit einem Jahr nicht mehr am Kabinettstisch, sondern in einer Kopenhagener Forschungsvilla, und genau das macht seinen Auftritt im Berliner Admiralspalast so bemerkenswert produktiv. Im Spiegel-Spitzengespräch mit Markus Feldenkirchen liefert der ehemalige Vizekanzler keine Abrechnung und keine Bewerbungsrede, sondern etwas, das im deutschen Politikbetrieb selten geworden ist: eine strukturelle Diagnose, die über Personen hinausgeht und die eigene Rolle einschließt.
2. Juni 2026
AnalyseDas Landgericht Pilsen hat am 1. Juni 2026 die Auslieferung von Marla-Svenja Liebich nach Deutschland angeordnet — eine Entscheidung, die den Europäischen Haftbefehl als Instrument gegen Strafverfolgungsflüchtlinge bestätigt und zugleich eine Debatte über das deutsche Selbstbestimmungsgesetz verschärft, die weit über den Einzelfall hinausreicht. Liebich, im Juli 2023 vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt, hatte die Strafe Ende August 2025 nicht angetreten und war in die Tschechische Republik geflohen.
2. Juni 2026
ParteivergleichMaltas Premierminister Robert Abela sicherte sich am 30. Mai 2026 mit 52 Prozent der Stimmen eine vierte Labour-Amtszeit in Folge — sechs Wochen nachdem Ungarns Wähler am 12. April Viktor Orbáns Fidesz nach sechzehn Jahren abgewählt und Péter Magyars TISZA-Partei mit 141 von 199 Mandaten eine Zweidrittelmehrheit verschafft hatten. Beide Wahlen verhandeln dieselbe Frage: Wie viel wirtschaftliche Verteilungspolitik verträgt ein EU-Kleinstaat, bevor demokratische Institutionen und Rechtsstaatlichkeit Schaden nehmen?
2. Juni 2026