Der Flughafen King Khalid in Riad ist nach zwei aufeinanderfolgenden Angriffslagen seit dem 10. Oktober 2026 für den regulären Betrieb gesperrt. Was Gestrandete wissen müssen, was amtlich bestätigt ist und was bislang nur aus Medienberichten hervorgeht, steht im Folgenden – getrennt und datiert.
Was die saudischen Behörden bestätigt haben
Die staatliche Luftfahrtbehörde Saudi-Arabiens (General Authority of Civil Aviation, GACA) bestätigte offiziell: Bei dem Angriff am 10. Oktober 2026 kamen 12 Menschen ums Leben und 309 wurden verletzt, einige davon in Lebensgefahr. Unter den Toten befanden sich vier saudische Staatsbürger sowie acht Ausländer – zwei aus Bangladesch, je einer aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Sudan und Palästina.
Der Flugbetrieb am King Khalid International Airport wurde nach dem Angriff offiziell ausgesetzt. Es entstanden nach amtlichen Angaben materielle Schäden; deren genaues Ausmaß wird noch geprüft.
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis stufte den Angriff als Kriegsverbrechen ein und machte die Huthi-Miliz aus dem Jemen verantwortlich. Eine entschlossene Reaktion wurde angekündigt. Der Angriff vom 10. Oktober war nicht der erste in dieser Woche: Bereits am 8. Oktober 2026 war der Flughafen Riad angegriffen worden, wobei drei saudische Staatsangehörige getötet und ein Flugzeug beschädigt wurden. Auch der King Fahd International Airport in Dammam wurde am 10. Oktober von einem Geschoss getroffen.
Was aus Medienberichten vorliegt
Nach Medienberichten bekannte sich die Huthi-Miliz in einer Fernsehansprache zu dem Angriff vom 10. Oktober. Die Miliz bezeichnete saudische Flughäfen als legitime Ziele und drohte mit weiteren Angriffen.
Am 11. Oktober 2026 soll nach Medienberichten erneut ein Geschoss im Bereich von Terminal 4 eingeschlagen und einen Brand ausgelöst haben. Die saudische Luftabwehr soll dabei einen Marschflugkörper abgefangen haben. Eine amtliche Bestätigung dieser Angaben lag zum Zeitpunkt des Faktenbriefers noch nicht vor.
Mehrere internationale Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen nach Riad gestrichen oder Maschinen umgeleitet. Die Lufthansa Group setzte ihre Riad-Flüge nach Medienberichten bis einschließlich 16. Oktober 2026 aus. Etihad Airways, Kuwait Airways und Qatar Airways stellten ebenfalls Dienste ein. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) verlängerte ihre Sicherheitsempfehlungen für den saudischen Luftraum bis zum 16. November 2026.
Was das Auswärtige Amt empfiehlt
Das Auswärtige Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für Saudi-Arabien verschärft. Es warnt ausdrücklich vor Reisen in das Land und vor der Nutzung der dortigen Flughäfen, insbesondere des Flughafens King Khalid in Riad. Deutsche Staatsangehörige, die sich in Saudi-Arabien aufhalten, werden aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste „Elefand" einzutragen. Die deutsche Botschaft in Riad ist erreichbar.
Bundesministerin Katherina Reiche (CDU, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie) hält sich zu Konferenzen in Riad auf und kann nach Angaben ihres Ministeriums nicht wie geplant abreisen. Das Ministerium prüft nach eigenen Angaben alternative Rückreisemöglichkeiten; konkrete Wege oder Zeitpunkte wurden nicht genannt. Wann der reguläre Flugbetrieb am King Khalid International Airport wieder aufgenommen wird und auf welchem Weg gestrandete Reisende das Land verlassen können, ist derzeit amtlich nicht beantwortet.
