Nach sechs Spieltagen hatte Eintracht Frankfurt 16 Gegentreffer kassiert. Vor dem 13. Oktober kam ein 0:6 gegen RB Leipzig hinzu. Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, bat Markus Krösche, Sportvorstand des Vereins, um seine sofortige Freistellung. Die Krise ist der Kontext dieses Abschieds, nicht seine belegte Ursache.

Wie die Freistellung ablief

Nach Vereinsangaben ging die Initiative von Krösche aus. Er bat den Aufsichtsrat, ihn sofort freizustellen, und das Gremium entsprach dem in einer außerordentlichen Sitzung am 18. Oktober einstimmig. Der bis zum 30. Juni 2028 laufende Vertrag besteht in angepasster Form fort. Nach Medienberichten übernimmt Axel Hellmann die Aufgaben des Sportvorstands vorerst kommissarisch.

Entschieden hat der Aufsichtsrat. Begründet hat den Schritt, wer geht. Die Zuständigkeit ist damit klar, die Begründung ist es weniger.

Was Krösche als Grund nennt

Die Begründung, die Medien wiedergeben, ist knapp. Nach über fünf Jahren im Amt, sagt Krösche, brauche er „eine Veränderung“, und dem Verein könne ein „neuer Impuls“ helfen. Er räumt ein, dass ihm zuletzt womöglich die nötige Durchschlagskraft gefehlt habe. Nach seiner Darstellung geht an diesem Punkt immer auch ein wenig davon verloren.

Der stärkste Einwand lautet: „Veränderung“ sei die Formel, mit der sich ein Abgang nach einer schwachen Phase am glattesten erklären lässt. Der Einwand trifft, wenn man Krösches Worte als Schutzbehauptung liest. Belegen lässt sich das nicht. Die Worte sind seine eigenen, und der Verein widerspricht ihnen nicht.

Zwei Lesarten liegen nahe. Die erste: Die sportliche Krise hat den Abgang ausgelöst. Dann muss man erklären, warum Krösche von Veränderung spricht und die Krise nicht beim Namen nennt. Die zweite: Die Veränderung ist das Motiv, die Krise nur der Anlass. Dann muss man erklären, warum der Wunsch ausgerechnet nach dem 0:6 ausgesprochen wurde. Der Verein hat nicht bestätigt, dass die sportlichen Krisen den Ausschlag gaben.

Was über Milan bekannt ist

Im Juni 2026 berichteten Medien über ein Interesse des AC Mailand an Krösche als Sportdirektor oder Head of Football. Die Meldungen widersprechen sich. Eine besagt, Krösche habe das Interesse abgelehnt. Eine andere meldete, er habe sich mit Milan geeinigt, die Ausstiegsklausel werde aber erst 2027 aktiv. Eintracht Frankfurt bestritt damals, von Milan kontaktiert worden zu sein.

Wer den Juni zum Vorläufer des Abgangs erklärt, stützt sich auf Meldungen, die einander widersprechen.

Was die Bilanz hergibt

Die Bilanz hat zwei Seiten. 2022 gewann Eintracht Frankfurt unter Krösche die Europa League, 2023 stand der Verein im DFB-Pokal-Finale. In der Saison 2024/25 wurde der Verein Dritter der Bundesliga und qualifizierte sich für die Champions League. In der Saison 2025/26 stand Platz acht, ohne europäischen Wettbewerb.

Dazu kommen Verkäufe: 2023 wechselte Randal Kolo Muani zu Paris Saint-Germain, Anfang 2025 Omar Marmoush zu Manchester City, im Sommer 2025 Hugo Ekitiké zum FC Liverpool. Ein Trainer, der im Februar 2026 kam, war nach einer Zusammenarbeit bis Mai 2026 nicht mehr im Amt.

Die Bilanz beschreibt die Fallhöhe. Sie erklärt den Abgang nicht. Wer aus Platz acht und dem 0:6 auf die Ursache schließt, muss erklären, warum der Verein die sportliche Lage in seiner Mitteilung nicht benennt.

Was als Nächstes ansteht

Vorerst führt Axel Hellmann das Sportressort kommissarisch. Wer es dauerhaft übernimmt, entscheidet der Verein. Daran lässt sich prüfen, ob er die sportliche Lage später als Grund nennt.

Woran man den Fortgang erkennt, ist einfach zu prüfen. Nennt der Verein in einer späteren Mitteilung die sportliche Lage als Anlass, stützt das die erste Lesart. Bleibt die Mitteilung bei „auf eigenen Wunsch“, bleibt die Begründung bei Krösche.