AnalyseDie Kapitalmarktbehörde SPK hat am 17. September 2026 den Handel mit den Fonds von sieben Verwaltungsgesellschaften gestoppt und 131 Fonds in die Abwicklung geschickt; nach dem Zentralregister sind 455.758 Anleger betroffen. Belegt sind die Sperre, die Abwicklung, Ermittlungen gegen 282 Personen und ein Gesetzentwurf für Vorschüsse bis eine Million Lira. Bestritten ist, wer vorher Bescheid wusste und wer verdient hat. Offen ist, was die Anleger am Ende zurückbekommen.
14. Oktober 2026
KommentarWas der türkische Staat seit März 2025 mit Ekrem İmamoğlu macht – und was das Bundesverfassungsgericht dazu gesagt hätte, wäre es Deutschland. Elf Vorgänge, elf Mal Karlsruhe, und am Ende die Sätze, die in der türkischen Verfassung schon stehen.
14. Oktober 2026
AnalyseDie Staatsanwaltschaft Istanbul wirft dem abgesetzten Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu vor, eine kriminelle Vereinigung geführt zu haben. Sie fordert 828 bis 2.352 Jahre Haft. Belegt ist bis heute das Verfahren, nicht die Tat: Festnahme, Untersuchungshaft seit dem 23. März 2025, Anklage, laufender Prozess – ein Urteil im Hauptverfahren gibt es nicht, İmamoğlu weist alle Vorwürfe zurück.
14. Oktober 2026
AnalyseDie Türkei brauchte vierzig Jahre vom ersten Antrag bis zum Kandidatenstatus in der EU. Sie kam in drei Schritten voran: Assoziierung 1963, Zollunion 1996, Kandidatur 1999. Einen Beitritt stellte schon das Abkommen von 1963 in Aussicht – ohne Datum und unter Bedingungen.
14. Oktober 2026
KommentarBraucht die Türkei ihr militärisches Engagement von Syrien bis Somalia? Die Armee ja, die Vollmacht in ihrer heutigen Form nicht. Der größte Sicherheitsgewinn seit Jahrzehnten ist die Auflösung der PKK, erreicht mit Gesprächen und einem Gesetz. Trotzdem gilt der Einsatz in Syrien und im Irak seit Oktober 2025 für drei weitere Jahre, und die Verteidigungsausgaben steigen 2026 real um ein Viertel.
14. Oktober 2026
AnalyseDie Türkei ist seit 1999 EU-Kandidatin, doch ihre Beitrittsverhandlungen stehen seit 2018 still. Der Rat sieht keine Grundlage, weitere Kapitel zu öffnen, das Europäische Parlament keine für eine Wiederaufnahme unter den jetzigen Umständen. Bewegung gibt es daneben: im Handel, bei Visa und in der Sicherheitspolitik.
14. Oktober 2026
AnalyseDie Türkei begann am 3. Oktober 2005 mit den EU-Beitrittsverhandlungen und eröffnete bis 2016 16 von 35 Kapiteln, vorläufig geschlossen wurde eines. Zuerst bremste der Streit um Zypern, nach dem Putschversuch von 2016 der Streit um Demokratie und Rechtsstaat. Seit Juni 2018 stellt der Rat fest, dass die Verhandlungen faktisch stillstehen.
14. Oktober 2026
AnalyseTürkische Soldaten stehen in Nordsyrien, im Nordirak, in Libyen, Somalia, Katar, im Norden Zyperns und im Kosovo. Grundlage sind Mandate des Parlaments in Ankara, Abkommen mit Regierungen vor Ort oder Beschlüsse der NATO. Im Friedensprozess mit der PKK fehlt im Oktober 2026 noch die amtliche Bestätigung, dass sie aufgelöst und entwaffnet ist.
14. Oktober 2026
AnalyseDer Zentralhaushalt der Türkei nahm 2025 rund 12,8 Billionen Lira ein und gab 14,6 Billionen aus; das Defizit entsprach 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung. Von 100 ausgegebenen Lira gingen 14 an Zinsen. Das Defizit fiel 2024 und 2025 kleiner aus als geplant, die Inflation lag in den letzten drei Jahren über der Annahme, die Zinsen über dem Ansatz.
14. Oktober 2026
AnalyseIm September 2026 lag die amtliche Jahresteuerung mit 29,73 Prozent erstmals seit November 2021 unter 30 Prozent. Das Stabilitätsprogramm der Regierung will sie bis 2029 auf 9 Prozent senken. Sein Ziel für Ende 2025 hat es verfehlt; für Ende 2026 rechnet es jetzt mit 28,4 statt der geplanten 16 Prozent.
14. Oktober 2026
AnalyseDie Türkei ist seit 1980 in 41 von 46 Jahren gewachsen, das Einkommen je Kopf hat sich in Dollar mehr als verzehnfacht. Einstellige Inflation gab es nur von 2004 bis 2016 (Ausnahme 2008) – nach dem Neuanfang von 2001, als die Zentralbank den Zins selbst setzen durfte. Was die Regierungen davon geleistet haben, bewertet der Kommentar am Ende.
14. Oktober 2026
AnalyseDie Türkei erlaubt das Kopftuch heute an Hochschulen, in Behörden, bei Gericht, Polizei und Armee – nur in Kindergarten und Grundschule nicht. Das Verbot galt rund drei Jahrzehnte.
14. Oktober 2026